Rückblick: Ayse Buchara las „Eine Adventsgeschichte“ auf Türkisch und Deutsch

Ayse Buchara © Kiezlesereise

Die Autorin Ayse Buchara gestaltete am 4. November die dritte Lesung der Kiezlesereise 2015. Bei ihrer zweisprachigen Lesung im FiPP Treffpunkt Kluckstraße las sie „Eine Adventsgeschichte“ auf Türkisch und Deutsch. Wir bedanken uns ganz herzlich für das Lesen ihrer Geschichte und die Diskussion mit unseren Besuchern! 

Über die zweisprachige Lesung von Ayse Buchara

„Eine Adventsgeschichte“ ist eine Geschichte für junge Erwachsene und erzählt von der Gemeinschaft eines Dämons und eines Menschenkindes. Die Zuhörer erfuhren, wie das Kind beginnt, die Welt zu entdecken und Fragen zu stellen, zum Beispiel die nach einem eigenen Namen, nach Heimat und seinem persönlichen Schicksal. Identität und Wahrnehmung spielen dabei eine ebenso große Rolle wie neue Herausforderungen, Veränderungen und Annäherungen an Unbekanntes.

Während der anschließenden Diskussion berichtete Ayse Buchara, dass sie die Geschichte ursprünglich auf Deutsch verfasst hat und erst später ins Türkische übersetzte. Die Übersetzung einiger Wörter bereitete dabei Schwierigkeiten, da immer auch die Etymologie eines Wortes und die Verbindung der Begriffe zu verschiedenen Religionen oder Kulturen zu beachten seien. Besonders das Wort „Dämon“ sei kulturell negativ besetzt. Auch Wörter aus dem christlichen Zusammenhang – wie „Advent“, „taufen“ oder die Figur des „Erzengel Michael“ – müssten zum Teil umschrieben werden.

In ihren Geschichten geht Ayse Buchara spielerisch mit – nur scheinbar – geltenden Wortbedeutungen um und benutzt Wörter ganz bewusst. Sie will damit nicht nur die Fantasie anregen, sondern auch die Bedeutung von Wörtern in den Köpfen ihrer Leser verändern. Wörtern gegenüber möchte sie Toleranz vorleben und den gewohnten Sprachgebrauch auflösen.

Ayse Buchara wolle keine allgemein angenommenen Bedeutungen multiplizieren oder stilisieren, wie es bei dem Wort “Dämon” der Fall sei. Metamorphosen gefallen der Autorin und genau darum gehe es vielfach bei ihren Figuren. Sie möchte altbekannte Wesen erforschen und ihnen etwas ganz Neues geben. Begeistert sprach sie zudem von Autoren wie Hans Christian Andersen, Leo Tolstoi, Fjodor Michailowitsch Dostojewski und Franz Kafka. Diese Autoren schafften es auf einzigartige Art und Weise, das Andere zu fangen und als Realität abzubilden.

„Eine Adventsgeschichte“ habe für Ayse Buchara noch viel Potential, weshalb sie sie gern ausbauen und und gemeinsam mit der Figur entdecken würde. Auch die Idee eines Bilderbuches stehe im Raum. Wohin auch immer die Reise für Ayse Buchara geht, wir wünschen ihr bei ihrem Vorhaben ganz viel Erfolg!

Über die Autorin Ayse Buchara

Ayse Buchara ist in Ankara und Istanbul aufgewachsen und studierte in Göttingen, München, Berlin und Potsdam. Seit 1989 lebt sie als Filmemacherin, Drehbuchautorin, Autorin und Verlegerin von Fortunate Dreams in Berlin. Ayse Buchara schreibt vorrangig Literatur für junge Erwachsene. Ihre märchenhaft-utopischen Geschichten handeln vom Überwinden von Grenzen und der Versöhnung mit dem Fremden, von Zugehörigkeit und Identität, Wandlungen und Wünschen.

Unser Leseort des Abends: FiPP Treffpunkt Kluckstraße

Unser besonderer Dank geht an Alexandra Däxl und ihr Team vom FiPP Treffpunkt Kluckstraße. Wir wurden ungemein herzlich und offen aufgenommen, es war uns eine Freude dort zu Gast zu sein. Informationen zum FiPP gibt es über die Website des Vereins FiPP e.V.Facebook: FiPP Kluckstraße und Twitter: @kluckstrasse.

Fotos zur Lesung mit Ayse Buchara

Die Fotos zur Lesung mit Ayse Buchara sind auf unserer Kiezlesereise-Facebookseite, eine Auswahl gibt es hier:

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